Der US-Dollar stieg am Donnerstag gegenüber dem kanadischen Dollar leicht an, wobei USD/CAD im europäischen Handel nahe 1,3850 blieb, da die Märkte die steigenden geopolitischen Spannungen abwogen und auf wichtige kanadische Arbeitsmarktdaten warteten, die am Freitag veröffentlicht werden sollen. Das Paar blieb über seinem 20-tägigen exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 1,3827, was eine leichte bullische Tendenz beibehält.
Dollargewinne angesichts geopolitischer Spannungen
Der US-Dollar-Index stieg um 0,1 % auf 99,10 und setzte damit eine bescheidene Erholung nach drei Verlustsitzungen in Folge fort. Die Bewegung erfolgte, als Händler die Entwicklungen rund um geplante Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verfolgten.
Teheran bestätigte, dass eine Delegation nach Pakistan reisen wird, um vorläufige Gespräche über einen 10-Punkte-Vorschlag zu führen, nachdem der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf Washington beschuldigt hatte, drei Klauseln des Friedensrahmens verletzt zu haben. Seine Bemerkungen haben Zweifel an der Haltbarkeit des kürzlich angekündigten Waffenstillstands aufkommen lassen.
Israelische Operationen gegen vom Iran unterstützte Gruppen im Libanon haben trotz des Waffenstillstands angehalten, was das geopolitische Risiko erhöht und die Nachfrage nach dem US-Dollar als wahrgenommenen sicheren Hafen unterstützt.
Kanadischer Arbeitsmarktbericht im Fokus
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den kanadischen Arbeitsmarktbericht für März, der am Freitag um 12:30 GMT veröffentlicht werden soll. Konsensprognosen deuten auf einen Anstieg der Beschäftigung um 15.000 hin, nachdem im Februar 83.900 Arbeitsplätze verloren gegangen waren, so Statistics Canada.
Die monatlich veröffentlichte Nettoveränderung der Beschäftigungszahlen verfolgt, wie viele Menschen Arbeitsplätze gewonnen oder verloren haben, und ist eng mit den Konsumausgaben und der allgemeinen wirtschaftlichen Aktivität verbunden. Der bevorstehende Bericht ist von besonderer Bedeutung, da der starke Rückgang im Februar weitgehend auf vorübergehende Streiks im öffentlichen Sektor zurückgeführt wurde. Eine schwache Erholung oder eine weitere negative Überraschung könnte darauf hindeuten, dass die Schwäche des Arbeitsmarktes über einmalige Faktoren hinausgeht.
Analysten merken an, dass ein Ergebnis deutlich über dem Konsens von 15.000 erforderlich wäre, um das Vertrauen in die Arbeitsmarktaussichten Kanadas wiederherzustellen.
Technisches Bild für USD/CAD
Aus technischer Sicht bleibt das kurzfristige Momentum für USD/CAD leicht positiv. Das Paar handelt über seinem 20-tägigen EMA bei 1,3827, während der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 57 liegt, was auf eine moderate Aufwärtsbewegung ohne Überkauftendenz hindeutet.
Fällt das Paar unter den 20-tägigen EMA, wird die nächste Unterstützungszone nahe 1,3750 gesehen, was mit dem Höchststand vom 3. März übereinstimmt. Solange die Kursbewegung über dem kurzfristigen gleitenden Durchschnitt bleibt, ist ein Vorstoß in Richtung des Bereichs um 1,3950 möglich.
Marktteilnehmer erwarten eine erhöhte Volatilität rund um die Datenveröffentlichung am Freitag und als Reaktion auf Schlagzeilen aus den US-Iran-Gesprächen in Pakistan. Das aktuelle technische Setup impliziert, dass eine signifikante Überraschung entweder im Arbeitsmarktbericht oder auf dem diplomatischen Weg eine schnelle Bewegung weg von der Region um 1,3850 auslösen könnte.
Inflationshintergrund und Fed-Ausblick
Jüngste US-Daten haben eine weitere Ebene zur Dollar-Geschichte hinzugefügt. Die Kernproduzentenpreise stiegen im letzten Monat um 0,3 %, was auf anhaltenden Inflationsdruck hinweist. Dieser Trend hält die Federal Reserve in Alarmbereitschaft und unterstützt die Erwartungen, dass die US-Politikzinsen länger höher bleiben könnten, was die grundlegende Unterstützung für den Greenback verstärkt.
Historisch gesehen hat die Kombination aus erhöhtem geopolitischem Druck und hartnäckiger Inflation dazu tendiert, den US-Dollar zu begünstigen, da Händler in Zeiten der Unsicherheit zu sichereren, renditestützenden Vermögenswerten neigen.
Ölstärke bietet Unterstützung für den kanadischen Dollar
Einige der sicheren Hafenangebote des US-Dollars werden durch festere Ölpreise ausgeglichen. West Texas Intermediate (WTI) Rohöl, ein wichtiger kanadischer Exportmaßstab, ist in den letzten fünf Sitzungen um 2,8 % auf etwa 91,20 $ pro Barrel gestiegen, unterstützt durch die gleichen Nahost-Spannungen, die den Dollar gestützt haben.
Anhaltende Stärke bei den Energiepreisen stützt typischerweise den kanadischen Dollar, indem sie die Handelsbedingungen Kanadas verbessert und die Staatseinnahmen sowie die Unternehmensgewinne im Energiesektor unterstützt. Diese Dynamik könnte die geopolitischen und zinsgetriebenen Vorteile des US-Dollars teilweise ausgleichen.
Ausblick für USD/CAD
Händler beobachten nun, ob die Risikoaversion weiterhin den Handel dominiert und die Nachfrage in Richtung des US-Dollars geneigt bleibt, oder ob ein starker kanadischer Arbeitsmarktbericht die Erzählung zurück zu den inländischen Fundamentaldaten in Nordamerika verschiebt.
Da USD/CAD nahe 1,3850 handelt und wichtige Ereignisrisiken um die Arbeitsmarktdaten am Freitag und die Gespräche in Pakistan gruppiert sind, wird das Ergebnis dieser Entwicklungen wahrscheinlich den Richtungston des Paares in den kommenden Wochen bestimmen.
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