Das britische Pfund hielt sich am Donnerstag im asiatischen Handel nahe 1,3400 gegenüber dem US-Dollar, da erneute Gewalt im Libanon und stockende Waffenstillstandsbemühungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran die geopolitischen Spannungen hoch hielten und die Nachfrage nach sicheren Anlagen unterstützten.
Spannungen im Nahen Osten belasten die Risikostimmung
Kommentare des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Qalibaf belebten die regionalen Bedenken neu, nachdem er sagte, Washington habe drei Elemente eines 10-Punkte-Waffenstillstandsvorschlags verletzt. Seine Aussage warf Zweifel an der Durchführbarkeit weiterer Gespräche auf und untergrub frühere Anzeichen diplomatischen Fortschritts.
Die Bemerkungen lösten eine neue Welle der Risikoaversion aus, was Druck auf Vermögenswerte ausübte, die mit globalem Wachstum und Stimmung verbunden sind. Händler wurden vorsichtig aus Angst, dass jede Eskalation im Nahen Osten die breiteren Märkte und die Energieversorgung stören könnte.
Dollar gewinnt durch Nachfrage nach sicheren Anlagen
Der Wechsel zu sichereren Anlagen spiegelte sich wider, als der US-Dollar-Index in Richtung 99,05 stieg, unterstützt durch erneute Nachfrage nach dem Greenback. US-Aktien-Futures schwächten sich ab, wobei S&P 500-Kontrakte um etwa 0,2% auf etwa 6.770 fielen, was auf eine schwächere Risikobereitschaft zu Beginn des Handelstages hindeutet.
Der Risikoaversionston war auch bei US-Staatsanleihen zu erkennen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe fiel über Nacht um drei Basispunkte auf 4,88%, da verstärkte Käufe die Renditen senkten und eine Präferenz für Kapitalerhalt gegenüber Risikobereitschaft unterstrichen.
Fokus richtet sich auf wichtige US-Inflationsveröffentlichung
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun fest auf den US-Verbraucherpreisindex für März am Freitag, der voraussichtlich der Haupttreiber für die Märkte sein wird.
Konsensprognosen deuten auf:
- Gesamt-CPI: 3,3% im Jahresvergleich (vs. 2,4% im Februar)
- Kern-CPI (ohne Lebensmittel und Energie): 3,1% im Jahresvergleich (vs. 2,8% im Februar)
Ein stärker als erwarteter Wert könnte den Fall für länger höhere US-Zinsen untermauern, während eine negative Überraschung Spekulationen über eine frühere Lockerung der Geldpolitik wiederbeleben könnte.
Fed-Erwartungen stark neu bewertet
Jüngste Daten haben bereits zu einer schnellen Neubewertung der Erwartungen an die Federal Reserve geführt. Die marktimplizierten Chancen auf eine Zinssenkung bis zur Jahresmitte sind laut der Preisgestaltung der Federal Funds Futures auf unter 15% gesunken, verglichen mit etwa 55% noch vor einem Monat.
Diese Verschiebung hat geholfen, den Dollar zu stützen und die Aussichten für Währungen wie das Pfund zu verkomplizieren, die empfindlich auf sich ändernde relative Zinserwartungen reagieren.
Technische Sicht: Pfund unterstützt über wichtigem gleitenden Durchschnitt
Aus technischer Sicht konsolidiert sich GBP/USD, behält jedoch eine konstruktive Tendenz bei, solange es über seinem 20-Tage-Exponentiellen-Gleitenden-Durchschnitt (EMA) handelt, der derzeit nahe 1,3325 liegt. Dieses Niveau fungiert als unmittelbare Unterstützung und kurzfristiger Boden.
Wichtige Niveaus:
- Unterstützung 1: 1,3325 (20-Tage-EMA)
- Unterstützung 2: 1,3200 (psychologisches Niveau und Stauung Anfang März)
- Momentum: 14-Tage-Relative-Stärke-Index um 54, was auf ein leichtes Aufwärtsmomentum hinweist
Ein nachhaltiger Bruch unter 1,3325, insbesondere nach einem stärkeren US-Inflationswert, könnte den Weg in Richtung des Bereichs um 1,3200 öffnen. Ein Halten über dem EMA würde die kurzfristige Tendenz nach oben geneigt halten, wobei frühere Schwunghochs wahrscheinlich als Referenzpunkte für Widerstand dienen, obwohl spezifische Niveaus in den verfügbaren Daten nicht genannt wurden.
Handelsumfeld von Ereignisrisiken dominiert
Mit sowohl geopolitischen als auch makroökonomischen Risiken auf hohem Niveau befinden sich die Märkte in einer Warteschleife vor der Veröffentlichung des CPI am Freitag um 8:30 Uhr Eastern Time. Kurzfristige Positionierungen um dieses Ereignis bergen binäre Risiken: Eine positive oder negative Inflationsüberraschung könnte bestehende technische Setups ungültig machen und scharfe Bewegungen auf den Währungs-, Aktien- und Anleihemärkten auslösen.
Für viele könnte es klarer sein, die anfängliche Reaktion abzuwarten, bevor neues Kapital eingesetzt wird, um die Chance zu verringern, auf der falschen Seite einer plötzlichen Neubewertung zu stehen.
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