Die US-Inflation könnte bald wieder in den Vordergrund des Währungshandels rücken, da höhere Ölpreise aufgrund von Spannungen im Nahen Osten beginnen, in die Daten einzufließen, warnte die Commerzbank am Dienstag.
Energiegetriebene Inflation wird zuerst im Verbraucherpreisindex sichtbar
In einer Mitteilung des Analysten Ulrich Leuchtmann Praefcke erklärte die Bank, dass der fragile Waffenstillstand mit dem Iran das Öl etwa 50 % höher als vor dem Konflikt belassen hat, was die energiegetriebene Inflation wieder auf die Agenda bringt.
Die Commerzbank erwartet, dass sich die Auswirkungen zuerst im Verbraucherpreisindex zeigen werden, wobei der morgige Bericht für März wahrscheinlich einen deutlichen Anstieg der Treibstoffkosten und eine jährliche Rate über 3 % zeigen wird. Der PCE-Index, das bevorzugte Maß der Federal Reserve, liegt derzeit bei 2,8 %, immer noch über dem 2 %-Ziel der Zentralbank.
Verzögerte Weitergabe auf breitere Preise
Praefcke warnte, dass die anfänglichen Inflationswerte nur einen Teil des Schocks erfassen werden. Wenn die Ölpreise hoch bleiben, werden höhere Energiekosten wahrscheinlich allmählich in eine breitere Palette von Waren und Dienstleistungen einsickern und den Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten verlängern.
Aktuelle Daten des Bureau of Labor Statistics deuten bereits auf diesen Spillover hin: Flugpreise und Transportdienstleistungen, die beide sehr empfindlich auf Treibstoffkosten reagieren, stiegen im ersten Quartal 2026 um 6,2 %.
Fed-Politik unter erneuter politischer Beobachtung
Die Commerzbank warnte, dass anhaltend hohe Inflation die politische Überprüfung der Federal Reserve neu entfachen könnte, insbesondere wenn stärkere Preisdaten die Erwartungen für Zinssenkungen zurückdrängen.
Ein verzögerter Lockerungszyklus würde wahrscheinlich die Kreditkosten länger hoch halten und könnte die Spannungen zwischen der US-Regierung und der Fed verschärfen. Die Bank argumentierte, dass ein sichtbarer Konflikt über die Geldpolitik das Sentiment gegenüber dem Dollar belasten und Abwärtsrisiken für die Währung einführen könnte.
Markthoffnungen auf Zinssenkungen stehen vor Realitätstest
Die Einschätzung der Bank unterstreicht eine wachsende Kluft zwischen den Markthoffnungen auf bevorstehende Zinssenkungen und der Realität einer hartnäckigen Inflation.
Die von der CME Group verfolgte Futures-Preisgestaltung impliziert jetzt weniger als eine 25%ige Chance auf eine Zinssenkung bis Juli, gegenüber mehr als 70% vor zwei Monaten. Diese Verschiebung signalisiert, dass professionelle Händler sich schnell auf ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld umstellen.
Zinssensitive Wachstumswerte stehen bereits unter Druck. Der Nasdaq 100 ist in den letzten zwei Wochen um fast 4,5 % gefallen, da Händler ihre Exponierung gegenüber spekulativeren Vermögenswerten reduzieren.
Öl auf 18-Monats-Hoch bestätigt Druck
Auf der Rohstoffseite schloss West Texas Intermediate Rohöl gestern über 124 $ pro Barrel, ein 18‑Monats-Hoch, das die Persistenz der Kostendrücke aufgrund ungelöster Spannungen im Nahen Osten bestätigt.
Die Commerzbank argumentierte, dass diese Kombination aus geopolitischem Risiko und erhöhten Energiepreisen zentral für den kurzfristigen Dollar-Ausblick ist und die Erwartungen sowohl für die Inflation als auch für die Fed-Politik prägt.
Wichtige Daten und Fed-Kommentare im Fokus
Händler werden wahrscheinlich die morgige Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex genau beobachten, um Beweise dafür zu finden, dass der von der Commerzbank erwartete Inflationsanstieg eintritt. Eine positive Überraschung würde wahrscheinlich die kurzfristige Volatilität auf den Währungs- und Zinsmärkten erhöhen und den Fall für eine langsamere, vorsichtigere politische Wende verstärken.
Nachfolgende Kommentare von Fed-Beamten werden sorgfältig auf jede Änderung im Tonfall bezüglich ihres Engagements für das 2%-Inflationsziel geprüft. Jede Andeutung von Schwanken könnte zusätzliche Unsicherheit in den Dollar-Pfad und die Preisgestaltung von Vermögenswerten, die mit der US-Geldpolitik verbunden sind, einbringen.
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