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EUR/GBP gewinnt trotz Rückgang der deutschen Industriedaten

Der Euro handelte am Donnerstag leicht höher gegenüber dem britischen Pfund und bewegte sich in den frühen europäischen Geschäften nahe 0,8710, da Händler weniger auf schwache deutsche Daten und mehr auf die sich ausweitende Lücke in der Geldpolitik zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) fokussierten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Veröffentlichung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) Deutschlands am Freitag, der als potenzieller Katalysator für die nächste Bewegung im Währungspaar angesehen wird.

Schwache deutsche Produktion wird von EZB-Haltung überschattet

Das deutsche Statistikamt berichtete, dass die Industrieproduktion im Februar um 0,3% im Monatsvergleich zurückging, entgegen den Erwartungen eines Anstiegs von 0,9%. Die Zahl für Januar wurde von einem anfänglichen Rückgang von 0,5% auf unverändert nach oben korrigiert. Auf Jahresbasis blieb die Produktion im Februar unverändert, nach einem Rückgang von 0,9% im Januar.

Trotz der schwachen Daten hielt sich der Euro stabil, wobei der einzelne deutsche Datenpunkt von den Erwartungen überschattet wurde, dass die EZB die Geldpolitik länger straffer halten wird als die BoE.

EZB wird voraussichtlich weiter straffen, da die Inflation hoch bleibt

Die EZB hat eine feste Haltung zur Inflation beibehalten, wobei die politischen Entscheidungsträger signalisieren, dass zusätzliche Zinserhöhungen auf dem Tisch bleiben, wenn der Preisdruck nicht nachlässt. Die Marktpreise spiegeln derzeit vollständig zwei zusätzliche Zinserhöhungen bis Dezember wider und weisen einer dritten Bewegung vor Jahresende eine Wahrscheinlichkeit von über 50% zu.

Jüngste Daten unterstützen diesen hawkishen Ton. Die Schnellschätzung von Eurostat für März setzte die Gesamtinflation im Euroraum auf 5,9%, fast dreimal so hoch wie das 2%-Ziel der EZB. Die Kerninflation, die volatile Komponenten ausschließt, blieb bei einem Rekordwert von 5,7%, was die Beständigkeit des zugrunde liegenden Preisdrucks unterstreicht.

Kommentare mehrerer Mitglieder des EZB-Rats Ende März verstärkten die Botschaft, dass es kurzfristig nur begrenzten Spielraum gibt, die Politik zu lockern.

BoE dämpft Erwartungen weiterer Zinserhöhungen

Im Gegensatz dazu haben sich die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen im Vereinigten Königreich abgekühlt. Entwicklungen im Zusammenhang mit Waffenstillstandsankündigungen zu Beginn der Woche halfen, den wahrgenommenen Bedarf des Marktes an zusätzlicher Straffung zu verringern.

BoE-Gouverneur Andrew Bailey warnte, dass die Märkte möglicherweise zu schnell weitere Zinserhöhungen eingepreist haben, und betonte, dass die vorherrschenden Bedingungen dafür sprechen, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen.

Zusätzlich zu dem vorsichtigen Ton berichtete das britische Amt für nationale Statistiken von einem Rückgang des Einzelhandelsumsatzvolumens um 0,7% im Februar, was auf eine schwächere Verbrauchernachfrage hinweist und den Fall für eine straffere Politik erschwert. Die Märkte reagieren zunehmend empfindlich auf weitere Anzeichen dafür, dass die britische Wirtschaft schneller als die des Euroraums abkühlt.

Politische Divergenz treibt Währungs- und Vermögensumverteilung

Die wachsende Divergenz zwischen den Aussichten der EZB und der BoE ist zum Haupttreiber der Währungsbewertungen geworden, wobei das Engagement der EZB zur Bekämpfung der Inflation den Euro trotz Anzeichen wirtschaftlicher Schwäche in Deutschland unterstützt.

Diese politische Spaltung führt auch zu einer Neubewertung in den breiteren Märkten. Eine fortgesetzte Straffung der finanziellen Bedingungen im Euroraum könnte eine Rotation weg von hochvolatilen, nicht verzinslichen Vermögenswerten hin zu traditionellen zinstragenden Staatsanleihen fördern, die mit steigenden Zinsen attraktiver werden.

Alle Augen auf deutsche Inflationsdaten

Der Fokus des Marktes richtet sich nun auf die Veröffentlichung der deutschen HVPI-Daten am Freitag.

  • Ein höher als erwarteter Wert würde wahrscheinlich den Fall für weitere Zinserhöhungen der EZB stärken und könnte den aktuellen Aufwärtstrend des Euro gegenüber dem Pfund verstärken.
  • Eine negative Überraschung bei der Inflation könnte Zweifel am Tempo zukünftiger politischer Straffungen aufkommen lassen und neue Volatilität in die Währungs- und Zinsmärkte einführen.

Derzeit spiegeln die bescheidenen Gewinne des Euro gegenüber dem Pfund einen Markt wider, der mehr von den Kursen der Zentralbanken als von einem einzelnen schwachen Industrieproduktionswert geleitet wird. Händler positionieren sich vor der Veröffentlichung der deutschen Inflationsdaten, die den Ton für beide Währungen in den kommenden Wochen bestimmen könnten.

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