Der US-Dollar stabilisierte sich am Donnerstag nach einem breiten Ausverkauf, da Händler die Beständigkeit eines Waffenstillstands zwischen Washington und Teheran abwogen und auf wichtige US-Inflationsdaten warteten, die die Erwartungen an die Politik der Federal Reserve neu gestalten könnten.
Beim letzten Check stand der US-Dollar-Index bei 99,07. Der Euro fiel um 0,01% auf 1,1661 $, während das Pfund um 0,01% auf 1,3393 $ stieg. Der japanische Yen schwächte sich um 0,15% auf 158,81 pro Dollar ab und gab damit einen Teil seiner früheren Gewinne zurück.
Öl steigt, da der Verkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt
Der Waffenstillstand hat wenig dazu beigetragen, die regionalen Spannungen zu beruhigen. In Libanon gingen die Kämpfe zwischen Israel und dem von Iran unterstützten Hisbollah weiter, während Teheran sowohl Israel als auch die Vereinigten Staaten beschuldigte, die Bedingungen des Waffenstillstands verletzt zu haben.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus blieb auf Schiffe mit Sondergenehmigungen beschränkt, was logistische Engpässe verursachte und die Rohölpreise um 3,45% steigen ließ. Die Vereinigten Staaten, die nun Nettoenergieexporteur sind, gelten als weniger anfällig für höhere Ölpreise als große Importeure in Europa und Asien, aber die Störung hat bereits die globalen Energiemärkte erschüttert.
Händler warnen, dass ein Zusammenbruch des Waffenstillstands das Rohöl entscheidend über den jüngsten Höchststand von 91 $ pro Barrel treiben könnte, was den globalen Inflationsdruck verstärken und die Geldpolitik, insbesondere für energieimportierende Volkswirtschaften, komplizieren würde.
Fed-Kurs im Fokus vor PCE-Inflationsdaten
Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die US-Personalausgaben und PCE-Deflator-Daten, die später am Donnerstag erwartet werden, wobei der Kern-PCE-Preisindex voraussichtlich eine jährliche Inflationsrate von 2,8% zeigen wird. Ein solches Ergebnis würde auf anhaltende zugrunde liegende Preisdrucke hinweisen und könnte den Spielraum der Fed für Zinssenkungen einschränken.
Fed-Vorsitzender Jerome Powell hat eine datenabhängige Haltung bekräftigt. Ein stärker als erwarteter Inflationsdruck könnte geplante Zinssenkungen verzögern und den Dollar unterstützen, indem er die US-Renditen relativ attraktiv hält. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine 62%ige Chance auf eine Zinssenkung bis zum Juni-Treffen ein, eine Wahrscheinlichkeit, die sich nach den Daten schnell ändern könnte.
Jüngste inländische Daten sprechen für Geduld. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,3 und signalisiert die erste Expansion im US-Fabriksektor seit 16 Monaten, was der Fed zusätzlichen Grund gibt, eine restriktive Haltung beizubehalten, bis die Inflation fester unter Kontrolle ist.
Erwartungen an die japanische Politik und Yen-Bewegungen
In Japan kam der Rückgang des Yen, als sich die Zinserwartungen weiterentwickelten. Daten von Tokyo Tanshi setzten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Bank of Japan später in diesem Monat auf 55%, wobei sich die Stimmung nach der Ankündigung des Waffenstillstands verschob.
Analysten von Matsui Securities warnten, dass sich der politische Ausblick Japans schnell ändern könnte, wenn der Waffenstillstand zusammenbricht, was möglicherweise die Erwartungen für das April-Treffen der BOJ neu gestalten könnte. BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda sagte den Gesetzgebern, dass die realen Zinssätze unter null bleiben und beschrieb die finanziellen Bedingungen als akkommodierend.
Der Verbrauchervertrauensindex Japans fiel im März zum ersten Mal seit drei Monaten, was auf einen Rückgang des Optimismus der Haushalte angesichts geopolitischer Unsicherheiten hinweist.
Eine mögliche Änderung der BOJ hätte globale Auswirkungen. Japanische Händler halten zusammen mehr als 1 Billion Dollar in US-Staatsanleihen. Eine Zinserhöhung im Inland könnte die Rückführung von Kapital fördern, was Verkäufe von US-Staatsanleihen, höhere amerikanische Renditen und Auswirkungen auf globale Anlageklassen zur Folge hätte.
Risikoumverteilung unter geopolitischem Druck
Präsident Trump sagte, dass US-Marine-, Luft- und Bodentruppen rund um den Iran stationiert bleiben würden, bis der Waffenstillstand vollständig eingehalten wird, was die fragile Natur der Einstellung der Feindseligkeiten unterstreicht.
Der fünf Wochen andauernde Konflikt hat die Schifffahrtsströme gestört und dem Iran Einfluss auf wichtige Energierouten verschafft. Marktteilnehmer beobachten genau auf Anzeichen einer Verschlechterung des Waffenstillstands und sehen jede Eskalation als Signal, das Engagement in spekulativeren Vermögenswerten zu reduzieren und sich auf renditetragende oder geopolitische Absicherungen zu konzentrieren.
Diese Querströmungen treiben eine breitere Umverteilung von Kapital weg von Vermögenswerten, die von niedrigen Zinssätzen abhängen, hin zu solchen, die als widerstandsfähiger unter Bedingungen höherer Zinssätze und höherer Volatilität angesehen werden.
Bewegungen bei Rohstoffen und digitalen Währungen
Auf dem breiteren Währungsmarkt fiel der australische Dollar um 0,06% auf 0,7039 $, während der neuseeländische Dollar um 0,17% auf 0,5832 $ stieg.
Bei digitalen Vermögenswerten handelte Bitcoin 0,49% niedriger bei 71.030,07 $, und Ethereum fiel um 1,06% auf 2.186,50 $, da Händler höhere Zinsrisiken und den geopolitischen Hintergrund gegen die anhaltende Nachfrage nach alternativen Vermögenswerten abwogen.
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